Die Römer in Neckarburken
Als römische Militärstrategen am Ende des ersten Jahrhundert n. Chr., die von Germanenstämmen ausgehende Bedrohung einzudämmen versuchten, beschlossen sie, die beiden Flüsse Main im Norden und den Neckar im Süden zu verbinden und zogen eine Grenzlinie durch den Odenwald. Im zweiten Jahrhundert bauten sie den Odenwaldlimes schrittweise aus, errichteten Wachtürme und Kastelle.
Frühe Archäologie
Am Beginn des 19. Jahrhundert wurden in Neckarburken erste Erkundungen an römischen Hinterlassenschaften durchgeführt. Es war der Mannheimer Geschichtsverein, der 1881 eine erste Ausgrabung am Numeruskastell (Ostkastell) ausführte. Prof. Dr. Karl Schumacher forschte für die Reichslimeskommission (RLK) von 1892 bis 1894 am Kohortenkastell (Westkastell) wie auch am Numeruskastell (Ostkastell). Auch das erste Bad wurde untersucht und Gebäudereste freigelegt.
Dem Fundmaterial entnahm er, dass das Kohortenkastell „um die Wende vom 1. zum 2. Jh. gebaut wurde“. Nachgewiesen durch Bauinschriften konnten als Besatzungen: die Cohors III Aquitanorum equitata civium Romanorum im Westkastell sowie der Numerus Brittonum im Ostkastell bestätigt werden.
Die Spuren der Römer lassen sich eindrucksvoll in kurzer Fußwegentfernung im freigelegten, konservierten und frei zugänglichen Bad der Aquitanierkohorte erkunden, wo auch Informationstafeln aufgestellt sind. 200 Meter weiter nach Norden erreicht man neben der B 27 das ebenfalls freigelegte Westtor des Numeruskastells der Brittonen, hier wurde auch die große Inschriftentafel (im Museum ausgestellt) gefunden.





